Meint Ihr da alles ernst? - Getting Real!
19.04.2006 von Stephan UhrenbacherEin alter Freund (und Inhaber einer der guten Internet-Agenturen) fragte mich am Wochenende, ob ich das wirklich ernst meine mit Management 2.0 und so weiter. Wir hatten uns 6 Monate nicht gesehen und er fragte sich, ob wir hier einfach nur gute PR machen.
Allein die Frage hat mich schon etwas schockiert. Aber ist natürlich eine Steilvorlage für einen Blog-Eintrag.
- Fakt: Ich glaube tatsächlich an vieles, was momentan unter Web 2.0 zusammengefasst wird.
- Fakt ist auch: Den Begriff Web 2.0 werden wir alle in 6 Monaten nicht mehr hören können.
Trotzdem stelle ich mich hin und behaupte, dass da im Moment vieles richtig läuft was Bestand haben wird. Wer das verstehen will, sollte tatsächlich 19 US$ investieren und Getting Real herunterladen, das Buch der 37signals. (Das sind die Leute, die Ruby on Rails entwickelt haben).
Ich habe wahrscheinlich wirklich schon fast alles gesehen, was in Internet-Unternehmen funktioniert und vor allem, was nicht. Getting Real fasst ganz vieles zusammen, was funktioniert. Wenig davon ist neu. Aber in der Zusammenstellung absolut.
Woran ich glaube:
- Eine einheitliche Organisation mit einem Ziel
- Reduktion auf des Wesentliche
- Ein klares Feindbild (hat Guy Kawasaki schon 1991in Selling the Dream gepredigt)
- Kleine Teams von Experten anstatt große Teams von Neulingen
- Am Prototypen arbeiten (so haben wir GEO Explorer 1996 entwickelt: Prototypen bauen, absegnen lassen, live stellen)
- Keine Spezifikationen. Sondern am lebenden Objekt arbeiten.
- Klare Prioritäten
- Die Nutzer von Anfang an einbeziehen
- Word of Mouth Marketing
- Echte Sprache für echte Menschen (da ist viel von Cluetrain drin)
Ich könnte stundenlang von den Organisationen erzählen, die das in den letzten 8 Jahren falsch gemacht haben. Die erstickt sind an Hierarchien und Spezifikationen.
Schön, dass jetzt mal zusammengefasst wurde, was richtig ist. In fast jedem Kapital von Getting Real kann man sagen: Yes, Yes, Yes. Und das wird auch bleiben, wenn “Web 2.0″ als Floskel durch ist.
